Moonlight shadow

Der Vollmond zwischen Watzmann und Hundstod

Der Vollmond zwischen Watzmann und Hundstod

Mondnächte sind bei Schnee besonders zauberhaft. Wie eine stille Märchenwelt glitzert die Landschaft, die Bäume strecken ihre Schatten wie Finger aus. Ich wollte unbedingt den Vollmond über dem Steinernen Meer aufgehen sehen, doch habe ich im Moment keine Chance, da hinzukommen. Zuviel Schnee und wie ich am Samstag vom Seehorn aus sehen konnte, noch keine feste Spur, die das Vorwärtskommen erleichtern würde. Ich gebe solche Vorhaben jedoch nie so ohne weiteres auf und überlegte hin und her. Da ich im Skifahren leider kein Held bin – ich komme zwar überall rauf, aber wahrscheinlich nicht in einem Stück runter – bleiben mir für Wintertouren nur Schneeschuhe, mit denen man in der Reichweite deutlich eingeschränkt ist. Meine Zwischenidee, übers Seehorn, die Hochwiese und die Hundstodreiße zum Ingolstädterhaus zu gehen, verwarf ich wieder – ist ne ganz schöne Strecke und ich wollte unbedingt vermeiden, dass der Mond ohne mich aufgehen würde, während ich mich die Reiße hochkämpfte. Also kürzte ich den Plan und beschloss, den Vollmond vom Seehorn aus zu beobachten.

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Mister Mond

Fast-Vollmond über dem Watzmann

…erhebt sich über die Watzmann-Südspitze

Zwei Tage vor dem Januar-Vollmond war ich mit Schneeschuhen im Wimbachgries. Nun traf es sich, dass gleich am Anfang des Tals, noch vor der Wimbachklamm, der Weg gesperrt war wegen Schneebruch-Aufräumarbeiten. Die Männer, die da mit Motorsägen zugange waren, ließen sich auch nicht überreden, mich einfach schnell mal durch zu lassen. Einer rief mir zu „muaßt woanders geh, hilft nix!“ Also nahm ich mir das zu Herzen, ging ein Stück zurück bis kurz vor dem Schafstall, schnallte die Schneeschuhe an und stapfte dann quer über eine steile Wiese zum Waldrand ein ganzes Stück weiter oben. Und siehe da, im Wald stieß ich auf einen Weg! Da war schon mal jemand mit Schneeschuhen gegangen, es gab verschneite Altspuren. Denen folgte ich bis zu einer Wildfütterung und stapfte dann den ab da unberührten Weg weiter bis zu einer Almwiese im Wald. Von dieser wusste ich dank früherer Neugier und auch, dass da mehrere solcher Wiesen hintereinander liegen und man von dort auf einem schmalen Pfad ins Wimbachgries kommt. Das war zwar insgesamt ein ganz schöner Umweg, dafür hatte ich an diesem Tag das ganze Wimbachgries für mich…

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