Königstour

Watzmann-Südspitze und Hohe Tauern

Watzmann-Südspitze

Den Donnerstag haben wir nur knapp überlebt. Der Wetterbericht hatte von „außergewöhnlichem Bergwetter“ mit „Fernsicht bis zum Anschlag“ gesprochen und wir – Rainer und ich – mussten arbeiten. Ich hielt es fast nicht aus, zumal sich das Wetter zum Wochenende hin und auch zum kurz darauf folgenden Feiertag verschlechtern sollte. Ausgerechnet. Doch gab es einen Hoffnungsschimmer – den Sonntag. Der versprach wiederum bestes Bergwetter, und den wollten wir am Schopfe packen.
Wir schwankten zwischen Hagengebirge und Watzmann und entschieden uns dann für letzteren, denn die Gelegenheit war günstig: Das Watzmannhaus war aufgrund von Umbaumaßnahmen schon geschlossen, so dass wohl nicht mit den üblichen Hundertschaften auf dem Grat zu rechnen war. Da sich das Wetter schon im Laufe des Samstags bessern sollte beschlossen wir, am Nachmittag zur Kühroint-Alm aufzusteigen und dort zu übernachten. Das würde uns für den Watzmann-Aufstieg am nächsten Tag ungefähr 800 Höhenmeter sparen und man will ja auch keine Minute Bergwetter verschenken.

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Die Almer Wallfahrt 2018 – schweres Wetter…

Anmarsch zu Funtensee und Kärlingerhaus

Anmarsch zu Funtensee und Kärlingerhaus

Weckerklingeln. 0.45 Uhr. Schon? Ich bin doch gerade erst ins Bett? Naja, stimmt ja irgendwie auch – mit den diversen Vorbereitungen für diesen Tag ist es gestern ziemlich spät geworden. Ungern verlasse ich die warmen Federn, das Rauschen  des Regens draußen wirkt nicht ermutigend. Hilft nichts. Ich vertrödle zuviel Zeit im Bad – dort ist es so schön warm – trinke einen schnellen Earl Grey, schnappe mir den fertig gepackten Rucksack und entscheide mich in letzter Minute für die etwas unbequeme, aber wasserdichte Umhängetasche für Kamera und Objektiv anstelle der geplanten Gürtelversion.
Im Auto gibt’s dann die Rosinensemmel, mit der ich mich für das (un)zeitige Aufstehen belohne. Ist aber ein ganz schöner Würger, so trocken.
Die Straßen sind frei, die Leute liegen alle  noch selig in ihren Betten, und Peter Gabriel sorgt für Schwung: „Give me steam!“

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Das Paradies hinter dem Nebel

La Serra de Montsant

La Serra de Montsant

Unser letzter Tag in Katalonien. Unter all den verlockenden Touren in unserem genialen Wanderführer gab es eine mit derart verführerischen Bildern, dass wir sie unbedingt noch gehen wollten, obwohl die Anfahrt zu diesem Naturpark von unserem Domizil in L’Ampolla immerhin eineinhalb Stunden dauerte: Die Serra de Montsant bei La Morera de Montsant.

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Wilder Bergwald Kataloniens

Balneari de Cardó

Das verlassene Kurbad Balneari de Cardó

Ich habe mein Herz verloren. Das geschah irgendwo zwischen Thymian und Rosmarin, zwischen goldgelber Felsenküste und mächtigen Bergflanken, zwischen Zypressen und Olivenhainen. Im Meeresrauschen ist es mir abhanden gekommen und im Gesang der Nachtigall, aber vor allem war es der zarte Duft der silbernen Kiefer, der es davongetragen hat, und ich ließ es gerne geschehen…

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Herbststille über dem Königssee

Blick zur Schönfeldspitze

Sonnenuntergang am Feldkogel

Der Sommer war Anfang September abrupt zu Ende gegangen und der Herbst hatte es bisher nicht sonderlich gut gemeint. Bergwetter war rar gewesen und wenn, dann gerne unter der Woche. Nun war endlich mal wieder Sonne in Sicht und ich wollte unbedingt in die Berge. In höheren Gefilden liegt schon etwas Schnee, da ist es jetzt zum Biwakieren zu frisch. Ich wollte aber unbedingt nochmal zwei Tage gehen – wahrscheinlich sowieso zum letzten Mal in diesem Jahr. Außerdem wollte ich gerne noch ein bisschen Hirschgesang – bei der Wanderung zur Gotzenalm mit Susanne und Nicole hatten wir einige Hirsche gehört, doch war keine Gelegenheit gewesen, in Ruhe zu lauschen. Letztes Jahr hatte ich vom Feldkogel aus im Wald um die Grünseealm Hirsche beobachtet, also planten wir ein Abendpicknick auf dem Feldkogel und eine Nacht im Kärlingerhaus, welches an dem Wochenende gerade noch offen hatte. Schön wäre gewesen, über den Röthsteig zur Wasseralm und von dort über den Schwarz- und Grünsee zum Kärlingerhaus zu wandern, doch hätten wir das bis zum Einbruch der Dunkelheit nicht geschafft, das ist schon eine knackige Strecke. So kürzten wir die Tour und beschlossen, über den Sagerecksteig zu gehen.

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Almer Wallfahrt

Wallfahrer auf der Via Alpina im Steinernen Meer

Wallfahrer im Steinernen Meer

Wandern in großen Gruppen ist ja nicht so meins, und so habe ich bisher um die Wallfahrt von Maria Alm über das Steinerne Meer nach St. Bartholomä am Königssee einen deutlichen Bogen gemacht. Auf dem Weg frühmorgens durch die Ramseider Scharte zum Riemannhaus kam ich neulich ins Gespräch mit einer netten älteren Dame. Ihre Bemerkung, die Wallfahrt sei schon ein ganz besonderes Erlebnis, ließ mich nachdenklich werden. Der Zeitpunkt der diesjährigen Wallfahrt war nicht mehr fern, und natürlich gehört sie zum Steinernen Meer einfach dazu. Ich beschloss, mitzugehen.

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Von Maria Alm über die Wasserfallscharte ins Steinerne Meer

In der Wasserfallscharte

In der Wasserfallscharte

In dieser Saison ließ das perfekte Bergwetter lange auf sich warten. Erst in der zweiten Augusthälfte wurde es verlässlich und blieb auch den September hindurch mit zwei kurzen nassen Unterbrechungen stabil. Ich nutzte es ausgiebig zu zahlreichen Touren im Hagengebirge und Steinernen Meer. Die letzte Wanderung machte ich von Maria Alm aus, ich wollte über die Luegscharte aufsteigen.

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Um den Kahlersberg herum durchs Hagengebirge

Sonnenaufgang im Kahlersbergnieder

Sonnenaufgang im Kahlersbergnieder

Das Hagengebirge fasziniert mich in seiner unzugänglichen Weite. Ein größtenteils menschenleeres Eck, was bei uns ja nun wirklich selten ist. Es ist mühsam, hinauf zu kommen, so dass man schon mindestens zwei Tage zur Verfügung haben muss, um nicht nur den äußersten Rand zu streifen. Wasser gibt es in dem Karst allerdings nur an ganz wenigen Stellen, und das begrenzt den Forscherdrang erheblich, vor allem an heißen Tagen. Ich mag die Gegend um den Kahlersberg sehr gerne und bin dort inzwischen schon öfters herumgestiegen. Nun wollte ich von dort ein Stück weiter in die wilde Landschaft hineinwandern.

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Auf der Pegnitz – Dschungelfahrt im Herzen Frankens

Abgestorbene Bäume am Fluss

Totholz und überhängende Bäume begegnen einem auf der Pegnitz ständig

Diesen Sommer muss man beim Schopfe packen, wann immer sich die Sonne für ein, zwei Tage zeigt. Auf eine stabile Schönwetterphase braucht man weder hoffen noch warten. Mit meiner Nachbarin Rut hatte ich schon länger ausgemacht, in der ersten Sommerferienwoche Paddeln zu gehen. Wir lasen diverse Flussbeschreibungen und entschieden uns für die Pegnitz, die als „einsam“ und „landschaftlich äußerst reizvoll“ beschrieben war. Wunderbar, genau unser Ding! Read more

Elbsandsteingebirge – Tag 3 – Blick in längst vergangene Zeiten

Burgmauer

Burgmauer

Der Tag begann mit unfreundlichem Nieselregen zu grauem Himmel und wir gingen ihn gemütlich an, mit einem schönen Frühstück. Tatsächlich wurde es bei der zweiten Tasse Tee schon heller und bei der dritten fast freundlich. Der Nieselregen hatte aufgehört, ein dünnes Sönnchen wagte sich halbwegs hervor. Nach zwei ausgiebigen Tagen am, auf und um den Fels wollten wir nun die Festung Königstein besichtigen. Die sieht ja ganz schön unnahbar aus, und tatsächlich wurde sie auch nur ein einziges Mal von einer einzigen Person erobert – 1848 von dem 18-jährigen Schornsteinfegergesellen Sebastian Abratzky, der ohne Hilfsmittel in drei Stunden hinaufkletterte, weil er wohl das Geld für den Eintritt nicht hatte.
Als wir an der Kasse den Preis hörten, überlegten wir uns das kurz auch…

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