Herbststille über dem Königssee

Blick zur Schönfeldspitze

Sonnenuntergang am Feldkogel

Der Sommer war Anfang September abrupt zu Ende gegangen und der Herbst hatte es bisher nicht sonderlich gut gemeint. Bergwetter war rar gewesen und wenn, dann gerne unter der Woche. Nun war endlich mal wieder Sonne in Sicht und ich wollte unbedingt in die Berge. In höheren Gefilden liegt schon etwas Schnee, da ist es jetzt zum Biwakieren zu frisch. Ich wollte aber unbedingt nochmal zwei Tage gehen – wahrscheinlich sowieso zum letzten Mal in diesem Jahr. Außerdem wollte ich gerne noch ein bisschen Hirschgesang – bei der Wanderung zur Gotzenalm mit Susanne und Nicole hatten wir einige Hirsche gehört, doch war keine Gelegenheit gewesen, in Ruhe zu lauschen. Letztes Jahr hatte ich vom Feldkogel aus im Wald um die Grünseealm Hirsche beobachtet, also planten wir ein Abendpicknick auf dem Feldkogel und eine Nacht im Kärlingerhaus, welches an dem Wochenende gerade noch offen hatte. Schön wäre gewesen, über den Röthsteig zur Wasseralm und von dort über den Schwarz- und Grünsee zum Kärlingerhaus zu wandern, doch hätten wir das bis zum Einbruch der Dunkelheit nicht geschafft, das ist schon eine knackige Strecke. So kürzten wir die Tour und beschlossen, über den Sagerecksteig zu gehen.

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Almer Wallfahrt

Wallfahrer auf der Via Alpina im Steinernen Meer

Wallfahrer im Steinernen Meer

Wandern in großen Gruppen ist ja nicht so meins, und so habe ich bisher um die Wallfahrt von Maria Alm über das Steinerne Meer nach St. Bartholomä am Königssee einen deutlichen Bogen gemacht. Auf dem Weg frühmorgens durch die Ramseider Scharte zum Riemannhaus kam ich neulich ins Gespräch mit einer netten älteren Dame. Ihre Bemerkung, die Wallfahrt sei schon ein ganz besonderes Erlebnis, ließ mich nachdenklich werden. Der Zeitpunkt der diesjährigen Wallfahrt war nicht mehr fern, und natürlich gehört sie zum Steinernen Meer einfach dazu. Ich beschloss, mitzugehen.

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Stille Riesen

Alte Eiche nahe Großheirath

Alte Eiche nahe Großheirath

Alte Bäume haben etwas Faszinierendes, egal, wie weit sie auch schon abgestorben sein mögen. Selbst der Torso eines solchen Riesen wirkt noch ehrfuchtgebietend in seiner Mächtigkeit. Bäume werden mit dem Alter immer schöner, da haben sie uns was voraus.

Jetzt im zeitigen Frühling ist eine gute Gelegenheit, die Riesen zu bestaunen, denn ihre Gestalt wird noch nicht von Laub und Buschwerk verdeckt. Während meines Osterbesuchs in der alten Heimat Oberfranken machte ich mich also dort und im angrenzenden Thüringen auf die Suche. Und fand herrliche Eichen, Linden und eine wirklich gewaltige Rotbuche. Manche der Bäume haben einen Namen – und diese Namen sind teilweise wirklich skurril. Welche Geschichten sich wohl hinter Schießeiche, Grufteiche, Abschiedseiche und dergleichen Benennung verbergen? Eichen werden ja auch gern als „1000-jährige Eiche“ bezeichnet – was in den seltensten Fällen der Wahrheit entspricht. Bei einer solchen Uralt-Eiche fand sich jedoch ein Schild, das genau dieses bestätigt. Gerne hätte ich in den umliegenden Dörfern nachgefragt, vielleicht hätte sich die eine oder andere Anekdote zu den verschiedenen Baumriesen gefunden. Leider hatte ich nicht die Zeit dazu. So kann ich hier nur wiedergeben, was ich auf Schildern vor Ort gelesen habe.

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Wind und Wellen

Chiemseewellen

Chiemseewellen

In den Wintermonaten gibt es hier im Alpenvorland öfters Fön, der gerne mit starkem Wind und ausgesprochen lauen Temperaturen einhergeht. So auch gestern. Eine steife Brise wehte am Bayerischen Meer, brachte es in Aufruhr und ließ rauschende Wellen ans Ufer schäumen. Ich genoss diese fantastische Stimmung am Rottspitz bei Übersee – um diese Jahreszeit ein stilles Plätzchen. Einzig ein Ehepaar mit zwei großen Hunden und einem noch größeren Müllsack begegneten mir dort – die hatten Müll aufgesammelt, das Vermächtnis der Sommerbesucher an die Natur.

Herrlich ungestört trödelte ich den schmalen Pfad durch’s Schilfröhricht am Ufer entlang von Bucht zu Bucht. Ich fotografierte wogendes Schilf und heranrollende Wellen, versuchte sie genau im Moment des Brechens zu erwischen. Ich spielte mit der Belichtung: Fließende Unschärfe oder eingefrorene Bewegung in kristallener Klarheit. Eine Muschelschale lehnte aufgestellt an einem kleinen Stück Holz. Zartes Perlmutt, sonnendurchschienen. Ich fand Zeit, um ein Viertelstündchen an einem windgeschützten Fleckchen im warmen Sand zu liegen und dem Gesang des Sees zu lauschen: Rauschende Wellen und flüsternde Schilfhalme…

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Die verfallene Mittereisalm

Auf dem Weg vom Kammerlinghorn runter zum Hirschbichl kam ich an der Mittereisalm vorbei. Das Stallgebäude ist verfallen und natürlich konnte ich daran nicht einfach nur vorbei gehen!