Fairyland

Ein Samstag im Februar, am Vortag war Schnee gefallen. Ein paar Zentimeter nur, doch waren alle Bäume ganz zauberhaft weiß. Der Tag versprach sonnig zu werden und ich wollte ins Wimbachgries. Grödeln für die vereisten Wegabschnitte und Schneeschuhe lagen noch im Auto, ich nahm den gepackten Rucksack und fuhr los. Als ich die Straße zur Schwarzbachwacht hinauffuhr, hatte ich freien Blick auf den Eisberg und den Eingeschossenen Steig. Wunderschön sah das aus, die Bäume oben am Berg frisch beschneit. Mir kam der Gedanke, ob der Eingeschossene Steig in diesem trockenen, schneearmen Winter nicht gehbar sein müsste. Hm. Ich fuhr am Parkplatz Wachterl vorbei. Und wendete. Nicht schon wieder Wimbachgries. Ich würde mir den Steig vom Wandfuß aus ansehen und einschätzen und könnte dann immernoch über den Wachterlsteig auf die Reiteralm, wenn mir der Eingeschossene Steig zu heikel vorkäme.

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Von der Haustüre zum Königssee… Di, 10. Juni 2025, Tag II: Eisenberg -> Ristfeuchthorn

Am Ristfeuchthorn

Erste Sonnenstrahlen tasteten sich über die Almwiese, fanden mich aber nicht – neben mir standen ein paar hohe Fichten. Ich stieg aus dem Schlafsack, griff mir meine Sachen und die Distel und schleifte erstere ein paar Meter weiter in die Sonne. Herrlich! Ich putzte Zähne und kämmte Haare und rührte mir im Faltbecher eine SmoothieBowl an. Danach goss ich in selbigem Becher – vorher ausgespült – einen Cold Brew auf. Ich hatte zum Geburtstag ein Sortiment Kaffeekonzentrat geschenkt bekommen und eines der Fläschchen mitgenommen (195g). Man braucht tatsächlich nur einen Teelöffel von dem starken Zeug und bekommt daraus eine schöne Tasse – in meinem Fall kalten – Kaffee. Das war’s auch schon mit dem Frühstück. Ich verpackte meine inzwischen von nächtlichem Tau wieder getrockneten Sachen und verabschiedete mich von der Salami – später dachte ich allerdings, dass dies keine gute Idee gewesen war, denn das salzige Ding würde einem Füchslein – und die riechen sowas gar weit – bestimmt nicht guttun.

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Von der Haustüre zum Königssee… Mo, 9. Juni 2025, Tag 1: Haustüre -> Eisenberg

Thoraualm bei Ruhpolding

Mittagspause oberhalb der Thoraualm

Da war es plötzlich. Das stabile Wetter, an das ich schon nicht mehr geglaubt hatte – es stand nun auf einmal vor der Tür. Und der Zeitpunkt hätte besser nicht sein können: Kurz vor der Sonnwende, das hieß maximal lange Tage, kurz vor Vollmond, das bedeutete helle Nächte und um Pfingsten herum – somit wäre die Kundschaft großenteils selbst in Untätigkeit. Mein Fitnesslevel war ganz gut – etliche lange Touren mit reichlich Höhenmetern waren dem vorausgegangen, wenn auch mit deutlich weniger Gepäck.
Ich kaufte Brot (zuviel), Salami (zuviel), Käse (zuviel), für jeden Tag einen Apfel, drei Schokoladen mit Salzmandeln (lecker aber zuviel), salziges Knabberzeug (zuviel) und für jeden Morgen ein Tütchen Smoothie Bowl. Ich packte den großen Rucksack. Zwei Liter Wasser. Schlafsack, Isomatte, aufblasbares Kissen. Dünne Plane mitnehmen oder nicht? (600g). Ich packte sie ein – ich traute der gar so verheißungsvollen Wetterprognose nicht, immerhin regnete es seit Tagen. Ein richtiges Schwergewicht war die Powerbank mit ausklappbaren Solarpanels (650g). Ich packte sie ein – half ja nichts, ich brauchte sie fürs Handy. Regenjacke. Stirnlampe. Messer, Löffel, Faltbecher. Bisschen Wechselkleidung. Outdoorhandtuch, Zahnbürste etc. Und dann noch den wunderbar leichten, dünnen und doch warmen Merinoponcho (500g), der in kalten Nächten den Schlafsack perfekt ergänzt und durch seine Länge viel besser wärmt als eine Jacke. Zu guter Letzt machte ich dann doch auch noch die Stöcke an der Seite fest – es würde zwei sehr steile Abstiege geben, da wären sie vermutlich doch gut. (Ich benutzte sie kein einziges Mal aber ärgerte mich immer, wenn ich damit im Geäst hängenblieb.) Da stand nun mein treuer Begleiter zahlreicher Touren, vollgepackt zu einem dicken Monster, und brachte 15,4 kg auf die Waage. Bestens. Mein Ziel war gewesen, bei ca. 15 kg zu bleiben.
Restproviant, Ersatz-Powerbank, meinen Bikini für den Königssee-Chill und ein bisschen Wechselkleidung packte ich in eine Kiste, die würde ein Freund mir am Hintersee übergeben.

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Eisgrabenscharte mit Nachtwanderung

Blick über die Eisgrabenscharte zur Übergossenen Alm und zum Hochkönig

Blick über die Eisgrabenscharte zur Übergossenen Alm

Ich wollte mal wieder den Kaunersteig gehen. Der war ja einige Jahre gesperrt, nachdem ihn eine Mure teilweise mit nach unten genommen hatte und er in dem Bereich verlegt werden musste. Ich mag den Kaunersteig, aber während ich mit dem Boot über den See schipperte überlegte ich, dass mir diese Tour für das nun doch wirklich gut gemeldete Wetter zu kurz wäre. Also lieber über die Röthwand zur Wasseralm und dann über das Landtal. Dann wäre ich trotzdem rechtzeitig wieder unten für die 70% Regenwahrscheinlichkeit, die für abends gemeldet waren.

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Lost in Altmühltal

Altmühl Nähe Wehr Hagenacker

Die Altmühl beim Wehr Hagenacker

Einsam auf der Altmühl? Wenn mir das jemand erzählt hätte, hätte ich gelacht. An warmen Sommertagen braucht man nämlich sozusagen gar keine Brücke, um über den Fluss zu kommen – man steigt einfach von Boot zu Boot… Sozusagen. Wir hatten unsere diesjährige Paddeltour auf Ende August gelegt, Ziel war die Altmühl. Ende August ist da nicht mehr ganz so viel los, außerdem fuhren wir unter der Woche und vor allem – wir könnten mit den Fahrrädern am Fluss entlang zum Auto zurückfahren. In Corona-Zeiten wäre per Anhalter wohl schwierig, auch wenn wir am Straßenrand mit Maske und Impfausweis wedeln würden. Wir überschlugen die Etappen und stellten die Fahrräder in Arnsberg am Fluss ab. Dann fuhren wir nach Solnhofen und setzten dort am Kloster ein.

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Über die Wasserfallscharte zum Scharegg

Blick vom Scharegg zum Wildalmkircherl

Blick vom Poneck zum Wildalmkircherl

21. August 2021

Die interessantesten Zustiege zum Steinernen Meer sind die Wasserfallscharte und die Luegscharte östlich und westlich des Selbhorns. Beide erreicht man von Maria Alm / Rohrmoos aus über den Braggstein. Ich nahm mir eine Umrundung des Selbhorns vor – die Wasserfallscharte rauf, dann über die Hochbrunnsulzen zur Luegscharte und durch diese wieder hinunter. Eine schöne und relativ lange Tour.

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Maimond

Vollmond neben dem  Großen Teufelshorn

Vollmond neben dem Großen Teufelshorn

 

Ich bin ein bisschen mondsüchtig. Ich liebe helle Mondnächte – im Winter, wenn die Schneekristalle glitzern, und im Sommer, wenn Heuduft über die Wiesen zieht. Magisch sind besonders Vollmondnächte in den Bergen. Ich war schon zu jeder Jahreszeit auf diversen Gipfeln, um DAS Vollmondfoto zu machen – tolle Erlebnisse, schöne Fotos, aber ES war bislang nicht dabei. Nun stand der nächste Vollmond bevor und das Wetter war geradezu fantastisch gemeldet. Natürlich packte ich sofort den Rucksack, wusste auch schon, wo ich mein Glück versuchen wollte: auf der Hirschwiese, auf der ich bereits zwei Wochen vorher gewesen war und die einen wunderbaren Rundumblick bietet. Wimbachtal, Watzmann, Steinernes Meer, Königssee, Hagengebirge – da wird man gar nicht fertig mit Schauen. Read more

Röth-Runde über dem Obersee

Blick auf den Obersee

 

Eine Wanderung hoch über Königs- und Obersee rund um die Röth ist landschaftlich äußerst reizvoll. Vor drei Jahren bin ich diese Tourenversion zum erstenmal gegangen und hatte nun Lust auf Wiederholung. Das Wetter war stabil und sehr heiß, was sich oben in den Bergen ja am besten aushalten lässt. Für eine Mehrtagestour hatte ich keine Zeit und so war diese großzügige Runde eine perfekte Alternative.

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Tanz mit dem Schwan auf der Vils

Übernachtungsplatz an der Vils, von Brennesseln umsäumt

Von Brennesseln umsäumter Übernachtungsplatz an der Vils

Ich liebe diese kleinen Flussabenteuer. Zwei, drei Tage mit dem Canadier einen Fluss hinunter zu paddeln, unterwegs zu campieren, Zelt, Wasser, Essen, alles dabei – wunderbar. Von der Zivilisation, die ja nie weit weg ist, sieht man oft vom Wasser aus nicht sehr viel, ein Fluss ist eine Welt für sich.
Meine Freundin Rut und ich sind inzwischen ein eingespieltes Team. Wir haben schon einige Touren zusammen gemacht und sind uns schnell einig, wo es hingehen soll. Wir haben leider nur zwei Tage Zeit und entscheiden uns für die Vils, die in meinem Bootsführer als ruhiges, sehr sauberes Wanderflüsschen in einem landschaftlich reizvollen Tal beschrieben ist. Das klingt stressfrei und ist genau, was wir gerade wollen: Eine Mischung aus Entspannung und Abenteuer.

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No moon, no shine – Mission impossible

Praghorn im Sonnenuntergang

Praghorn im Sonnenuntergang

Strahlend schönes Wetter, der März-Vollmond vor der Tür für DAS Mondfoto. Eine Email zu Erich, dem Hüttenwart des Alpenvereins Ingolstadt – alles frei im Winterlager des Ingolstädter Hauses, außer mir hat sich tatsächlich niemand angemeldet. Na, dann könnte ich ja alle Decken an mich raffen, bestens, ich friere schnell. Und weil ich auf diese Gelegenheit schon so lange gewartet habe, beschließe ich, auch noch eine Runde durchs Steinerne Meer dranzuhängen und eine zweite Nacht oben zu bleiben. Bestens. Ich starte am Donnerstag zeitig nach Pürzelbach, es liegt deutlich weniger Schnee als beim letztenmal, aber der Wanderparkplatz ist natürlich noch nicht frei. Ich finde aber ein schmales Plätzchen für mein Kleines Schwarzes. Die Leoganger Steinberge leuchten in der Sonne in frischem Weiß – es hat ja erst vor ein paar Tagen etwas Neuschnee gegeben. Ich ziehe mir die Schneeschuhe an und lade mir den Rucksack auf den Rücken – reichlich 17 kg, uff. Das bin ich nach dem Winter nicht mehr gewohnt. Ich denke an die Höhlenforscher am Rotwandl, mit denen ich im letzten Sommer unterwegs war – die tragen jedesmal 40kg die Ramseider Scharte rauf. Danke, mir reichen meine 17 Kilo. Warmer Schlafsack, warme Klamotten, Essen für drei Tage, Wasser, Stativ, Teleobjektiv, Kamera – da kommt schnell was zusammen.

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