Elbsandsteingebirge – Kleiner Abendausflug

In der Edmundsklamm

In der Edmundsklamm

Wir waren ganz beschwingt von unserem nachmittäglichen Abenteuer und überlegten begeistert, ob sich wohl noch mehr entdeckungswürdige Objekte in der Umgebung finden ließen. Ich wäre brennend gerne noch weiter auf fotografische Entdeckungstour gegangen – wir fanden aber nichts Entsprechendes, als wir über die lieblichen Dörfchen kurvten. Wir waren auf unserer Spritztour bis in den tschechischen Teil des Nationalparks gekommen. Ganz in der Nähe befand sich laut Karte die Edmundsklamm, durch die man tagsüber mit dem Kahn fahren kann. Jetzt abends war dort natürlich tote Hose, aber für einen Abendspaziergang wäre der Weg dorthin bestimmt hübsch. Also parkten wir den Roten Flitzer und spatzierten den Fluss entlang in das Tal hinein. Es war tatsächlich wunderschön, im allmählich herabsinkenden Dämmerlicht leuchtete das Grün der Moose, Bäume und Farne intensiv. Ein verwunschenes Eckchen. Der Weg wand sich kurvenreich neben dem Fluss her und wir spazierten entspannt dahin.

Das ging ziemlich lange so, dann kamen wir an einen Felsdurchlass mit versperrtem Tor und dahinter lag ein Stück weiter die Edmundsklamm, der Fluss war da aufgestaut. Ein kleines Holzhäuschen schmiegte sich an die Felswand. Nett. Bloß wie hinkommen? Unterhalb im Flussbett lagen einige Steine, da könnte man eventuell drüber balancieren. Bloß reinfallen wäre doof, und die sahen rutschig aus. Dann eben gleich die Schuhe ausziehen, übers Geländer und in den seichten Fluss steigen. War gar nicht kalt. Aber der Untergrund ziemlich morastig, igitt. Wir staksten durch Schilf und Morast das Ufer entlang am Felsentor vorbei, nahmen die eine oder andere Spinne mit und kamen direkt am Toilettenhäuschen an. Uh. Auch nicht schön. Der Duft war intensiv. Wir schwangen uns übers Geländer wieder auf den Weg und schon waren wir, wo wir hin gewollt hatten.

Am Landungsplatz beim Häuschen entdeckten wir einen alten Kahn im Wasser, der ein herrliches Fotomotiv abgab und uns ein Weilchen beschäftigte. Gegenüber am anderen Ufer waren die grünen Fahrgastkähne fächerartig vertäut und spiegelten sich im ruhigen Wasser, auch das sah fantastisch aus. Das Licht schwand und meine Kamera kam wiederum an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Ging grad noch…

Alter Kahn in der Edmundsklamm

Alter Kahn in der Edmundklamm

Der Rückweg war derselbe wie der Hinweg, und da hatten wir dann, zurück auf dem Wanderweg, ein Problem: Matschige Füße. So wollten wir nicht in die Socken und Schuhe! Man kam aber auch nirgends an den Fluss heran, um die Füße zu waschen. Da blieb uns nur, barfuß zurück zu gehen. Nun ist das an sich ja keine Katastrophe – ich gehe ganz gerne mal ein Stückchen barfuß. Das Stückchen war aber ganz schön lang und außerdem lag auf dem eher harten Weg fieser Split. Das war dann doch eine ziemliche Herausforderung für die Füße! Es war mittlerweile schon sehr dunkel und wir konnten vor uns keine Einzelheiten des Untergrunds mehr erkennen, nur hell und dunkel. Hell waren die besonders fiesen Splitstellen, dunkel bedeutete einen größeren Anteil an Laub. Und so humpelten und schwankten wir mit „Uuhh“ und  „Ooh“ den ganzen langen Weg zurück…

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