Elbsandsteingebirge – 4 Tage in Deutschlands Schatzkästchen

Blick vom Carolafelsen

Auf dem Carolafelsen

Was tut Frau, wenn gerade Mai ist, sie ein paar Tage Zeit hat und das Wetter nach draußen lockt? Sie sucht sich ein schönes Fleckchen Landschaft und durchstreift dieses mit einer gleichgesinnten Freundin. Üblicherweise sind es die umliegenden Berge, in die ich meine Schritte lenke, doch da oben liegt noch zuviel Schnee zum Biwakieren. Nun hat Deutschland landschaftlich ja einiges zu bieten, und das Elbsandsteingebirge geisterte schon länger durch meine Gedanken.

Ich stöberte im Internet nach Ferienwohnungen, fand auch eine in einem kleinen Häuschen in Gohrisch, beim Nationalpark gleich um’s Eck, preislich günstig noch dazu – perfekt! Ich kaufte Wanderkarte, Reiseführer und ein Bayernticket, während meine Freundin Margit die leckersten Sachen, Schlafsäcke und ein Zelt in ihr Auto stopfte. Der Haken an der Ferienwohnung war nämlich der, dass sie erst einen Tag später frei wurde als wir ankommen würden…

Treffpunkt war am Dresdener Hauptbahnhof, und während der Zugfahrt studierte ich den Reiseführer und breitete die Karte aus – es war nix los in den Zügen, ich hatte immer einen 4er-Platz mit Tisch.
Wir trafen ziemlich zeitgleich am Bahnhof ein und sausten voller Vorfreude in Richtung Gohrisch. Wir wollten dort irgendwo auf einer Wiese übernachten – das Wetter war stabil, der Abend lau, Herz, was willst du mehr?

Eine Tankstelle.
Nachdem wir Dresden verlassen hatten, meinte Margit, dass sie nur noch für 40km Sprit hätte und wir nach einer Tankstelle Ausschau halten sollten. (In Dresden waren wir an einer vorbei gefahren, aber die lag so ungünstig, da hätten wir wenden müssen. Kommt ja sicher bald noch eine) Wir hatten die Autobahn längst verlassen und kurvten durch nette Dörfchen mit malerischen Häusern aber ohne Tankstelle. Naja – noch 30km, sagte die Anzeige, könnten wir fahren. Ist doch reichlich. Wir kurvten durch noch mehr malerische Dörfchen. 20km, sagte die Anzeige. Hm.
Nächste Dörfchen – wieder nichts. Noch 10km. Und nirgends ein Mensch auf der Straße, den man hätte fragen können. Ich hielt schließlich ein Auto an, und der junge Mann am Steuer beschrieb uns tatsächlich den Weg zu einer Tankstelle, nur zwei Ortschaften weiter. 8km waren es bis dahin. Knapp knapp. Margit fuhr schön langsam, nur nicht zuviel Gas geben, bergab möglichst rollen, hoffentlich hat die Tankstelle noch auf – es war inzwischen nach 20 Uhr.
Doch das Glück war uns hold, wir schafften es bis zur Tankstelle und die hatte auch noch geöffnet. Uff – das fing ja schon gut an mit uns zweien…

Anschließend waren wir noch eine Weile damit beschäftigt, das ideale Plätzchen für die Nacht zu finden und landeten dann bei Einbruch der Dunkelheit an einem Waldrand neben einer Kuhweide. Das war nett dort, nur befand sich in nicht allzu großer Entfernung hinter dem Wald offensichtlich ein Campingplatz und die hatten dort eine Live-Band. „Das ist Waaaahnsinn, warum schickst du mich in die Hööööllee – HölleHölleHölle…“ Wir hatten den ganzen Abend Programm.

Der Wein schmeckte trotzdem, und später kam der Mond hinter dem Wald hervor. Dann kuschelten wir uns in die Schlafsäcke.

Blöd – die Wiese war etwas abfallend, und ich rutschte auf der Isomatte nach unten. Ich rappelte mich wieder hoch, zog den Schlafsack um mich herum. Hart, der Untergrund, hatte wohl lange nicht geregnet. „I want to break free-hee…!“ Ah – waren die jetzt bei Queen angelangt. Die hielt ganz schön lange durch, die Band. Ich rappelte mich wieder hoch. Zum Glück keine Mücken da! Aber der Mond war ganz schön hell. Umgedreht. Kopfkissen gesucht. Hochgerappelt. Schlafsack auch wieder raufgezogen. Und irgendwann doch eingeschlafen…

Gemüsevorrat im Kofferraum

Der Gemüsevorrat